Mit „fühlig“ wird im allgemeinen ein Gangbild bezeichnet, wodurch das Pferd ein Unwohlbefinden signalisiert. Oftmals geht bei diesem Aspekt die Vermutung bezüglich des Ausgangspunktes für das Unwohlbefinden in Richtung der Pferdehufe.
Zunächst ist es also Ratsam festzustellen, ob der „Schmerzherd“ tatsächlich die Hufe sind, oder ob es für das Gangbild noch andere Ursachen geben kann, wie zum Beispiel eine verspannte Muskulatur.
Mit den Huftester ( Abdrückzange ) kann man schnell heraus finden wie sensibel das Pferd tatsächlich an den Hufen ist und ob es sich tatsächlich um eine Fühligkeit handelt, die von den Hufen herrührt.
Das Problem „Mein Schmied hat ihn zu kurz ausgeschnitten und jetzt läuft mein Pferd fühlig“:
Ja, das kann Möglich sein, es gibt aber auch noch andere Gründe warum ein Pferd nach der Hufbearbeitung fühlig laufen kann. Zum Beispiel eine Veränderung der Hufbalance. Der gesamte Pferdekörper ist ein sehr komplex interagierendes System. Über die äußere Hufbearbeitung hat der Hufbearbeiter Einfluss auf die Strukturen im Inneren des Hufes. Sprich mit Raspel und Zange können wir die Positionen der Knochen im Pferdebein zueinander verändern, was zur Folge hat, dass durch die Hufbearbeitung ebenso die Spannung der anliegenden Sehnen und Bänder beeinflusst wird. Gezielt eingesetzt kann man somit eine Entlastung für bestimmte Sehnen schaffen, aber nur über einen begrenzten Zeitraum. Denn früher oder später Beginnt die an der entsprechenden Sehne anliegende Muskulatur die Sehnenspannung auszugleichen und verkürzt oder verlängert sich entsprechend der Sehne. Auch das bleibt nicht ohne Folgeerscheinungen, denn jeder Muskel arbeitet immer zusammen mit anderen Muskeln, sodass sich dieser Zustand der veränderten Muskelspannung bald durch den ganzen Pferdekörper zieht.
Ist das Pferd also nun tatsächlich fühlig weil es zu kurz ausgeschnitten wurde oder ist es eher eine Art Muskelkater, der dem Pferd zu schaffen macht. Der Huftester verhilft da zur Aufklärung. Ist das Pferd tatsächlich zu kurz ( nicht unbedingt durch die Hufbearbeitung sondern eventuell auch, weil der Abrieb am Huf größer war, als das was der Huf in der Lage ist nach zu wachen ) kann ein Hufschutz Abhilfe schaffen. Wie zum Beispiel Hufeisen, Kunststoff-, oder Aluminiumbeschläge oder Hufschuhe. Liegt das Unwohlsein des Pferdes nach der Hufbearbeitung auf anatomisch korrekt ausbalancierten Hufen über einen längeren Zeitraum in der Muskulatur begründet sind Physiotherapeuten, Osteopathen oder Akkupunkteure gefragt die veränderte Muskelspannung im Pferd positiv zu beeinflussen.